Side Event · UNTOC COP13 · Wien
Community Resilience against the Recruitment of Children
Widerstandsfähige Gemeinschaften gegen die Rekrutierung von Kindern
Antworten aus Gemeinwesen und Schule auf die Online-Rekrutierung durch organisierte kriminelle Gruppen, zur Unterstützung von Artikel 31 der Konvention.
- Donnerstag, 22. Oktober 2026 · 9:00 bis 9:50 Uhr
- Raum MOE79 · Vienna International Centre, Wien
- Multi-Stakeholder-Dialog · 50 Minuten · hybrid · Englisch
Konzeptnote herunterladen(PDF · 703 kB)
Bitte sagen Sie uns, dass Sie kommen. Die Sitzung steht allen offen, die für die Konferenz registriert sind, vor Ort und online.
HWPL ist eingeladen, als Beobachter an der COP13 teilzunehmen; das Side Event steht im Side-Event-Programm des Sekretariats.
Donnerstag, 22. Oktober 2026, 9:00 bis 9:50 Uhr, Raum MOE79, Vienna International Centre, während der dreizehnten Tagung (19. bis 23. Oktober 2026). Tagesordnungspunkt 3
Stand 15. Oktober 2026Mitveranstaltet von
- Consulate of Mali
- Islamic Republic of Afghanistan
- African Union
- NUNSA
- UPF
- IPYG
- UNODC MENA Youth Network
- IAYSP
- PYO
Die Veranstaltung im Überblick
Das Wesentliche auf einen Blick.
- Thema
- Community Resilience against the Recruitment of Children
- Ziel
- Austausch operativer Erfahrung zwischen Mitgliedstaaten, UNODC und Zivilgesellschaft zur Verhinderung der Rekrutierung von Kindern, und Identifikation von Kooperationen, die die bestehende Präventionsarbeit des UNODC ergänzen.
- Schwerpunkt
- Umsetzung von Artikel 31 der Konvention über Gemeinwesen und Bildung, unter Tagesordnungspunkt 3: neue Formen und Dimensionen grenzüberschreitender organisierter Kriminalität.
- Format
- Multi-Stakeholder-Dialog (Mitgliedstaaten, UNODC, Zivilgesellschaft), 50 Minuten, hybrid, auf Englisch.
- Datum und Uhrzeit
- Donnerstag, 22. Oktober 2026, 9:00 bis 9:50 Uhr MESZ, während der dreizehnten Tagung. Im Side-Event-Programm des Sekretariats.
- Ort
- Vienna International Centre (VIC), UNODC, Wien. Raum MOE79.
- Gastgeber
- HWPL (Heavenly Culture, World Peace, Restoration of Light)
- Mitveranstalter
- Consulate of Mali · Islamic Republic of Afghanistan · African Union · National Union of Nigerian Students in Austria (NUNSA) · Universal Peace Federation (UPF) · International Peace Youth Group (IPYG) · UNODC MENA Youth Network · International Association of Youth and Students for Peace (IAYSP) · Pakistan Youth Organization (PYO). Die Liste der Mitveranstalter ist geschlossen.
Warum dieses Side Event
Organisierte kriminelle Gruppen rekrutieren Kinder heute über dieselben Plattformen, die diese Kinder für die Schule und für Freundschaften nutzen.
Den Rahmen für eine Antwort, die über Strafverfolgung hinausgeht, liefert die Konvention bereits. Zu wenig untersucht ist die operative Ebene: wer in der Praxis ein Kind erreicht, bevor ein Rekrutierer es tut. Diese Frage stellt das Side Event Mitgliedstaaten, UNODC und Praktikerinnen und Praktikern gemeinsam.
Treiber, die diese Sitzung behandelt
- 01
Schwache Bindungen in Familie, Schule und Gemeinwesen
Wo die Erwachsenen um ein Kind herum fehlen, überlastet oder nicht vorbereitet sind, trifft Rekrutierung genau dort auf keinen Widerstand, wo sie beginnt.
- 02
Soziale Ausgrenzung und ungleiche Chancen
Rekrutierung konzentriert sich dort, wo Perspektiven fehlen. Sie wird als Weg zu Einkommen und Ansehen angeboten und auch so verstanden.
- 03
Fehlende Zugehörigkeit und Identität
Kriminelle Gruppen liefern Status, Schutz und einen Platz. Prävention, die nur warnt, tritt gegen ein Angebot an.
- 04
Normalisierung schädlichen Verhaltens im Netz
Verschlüsselte Apps, spielerisch gestaltete Aufträge und codierte Sprache machen Rekrutierung alltäglich, privat und für Erwachsene schwer lesbar.
- 05
Gezielte Ansprache wegen geringerer Strafmündigkeit
Minderjährige werden bewusst rekrutiert, weil ihre strafrechtliche Verantwortlichkeit geringer ist. Das ist Strategie, kein Nebeneffekt.
Die Datenlage
Die Sitzung stützt sich auf veröffentlichte Befunde, nicht auf die Erfahrung einer einzelnen Organisation. Jede Zahl trägt Quelle und Jahr.
über 70 %
der kriminellen Märkte in der Europäischen Union betreffen Minderjährige, typischerweise zwischen 13 und 17 Jahren, rekrutiert über verschlüsselte Anwendungen, spielerisch gestaltete Aufträge und codierte Sprache.
Quelle: Europol, Intelligence Notification Ref. 2024-033 (2024)ab 12 Jahren
Dokumentiert ist die Rekrutierung von Zwölfjährigen, korreliert mit sozioökonomisch benachteiligten Wohngegenden; 821 Hochrisiko-Netzwerke wurden identifiziert.
Quelle: European Parliamentary Research Service, PE 772.903 (2025)Erzwungene Kriminalität wird als wachsende Form der Ausbeutung ausgewiesen, neben den etablierten Formen des Menschenhandels.
Quelle: UNODC, Global Report on Trafficking in Persons 2024
In der einvernehmlich angenommenen Resolution 2024/11 hat der Wirtschafts- und Sozialrat seine tiefe Besorgnis über diese Risiken festgehalten und die Mitgliedstaaten aufgerufen, ihnen entgegenzutreten.
Warum das an die Vertragsstaatenkonferenz gehört
Das Mandat ist nicht geliehen. Artikel 31 der Konvention und Artikel 9 des Zusatzprotokolls gegen Menschenhandel verlangen von den Vertragsstaaten genau diese Art von Arbeit, und zwar gemeinsam.
UNTOC, art. 31 (1)
Die Vertragsstaaten bemühen sich, nationale Projekte zu entwickeln und zu evaluieren sowie bewährte Verfahren und Politiken zur Verhütung grenzüberschreitender organisierter Kriminalität zu etablieren und zu fördern.
UNTOC, art. 31 (7)
Die Vertragsstaaten arbeiten untereinander und mit internationalen und regionalen Organisationen zusammen, um diese Maßnahmen zu fördern, auch über Projekte, die die Umstände abbauen, die marginalisierte Gruppen verwundbar machen.
Trafficking in Persons Protocol, art. 9 (2)-(5)
Die Vertragsstaaten treffen Maßnahmen gegen die Faktoren, die Menschen für Menschenhandel verwundbar machen, darunter Armut, Unterentwicklung und fehlende Chancengleichheit, und kooperieren über Forschung, Information und Medienkampagnen.
Die Sitzung ist unter Tagesordnungspunkt 3 vorgeschlagen: neue Formen und Dimensionen grenzüberschreitender organisierter Kriminalität.
“States Parties shall, as appropriate, collaborate with each other and relevant international and regional organizations in promoting and developing the measures referred to in this article. This includes participation in international projects aimed at the prevention of transnational organized crime, for example by alleviating the circumstances that render socially marginalized groups vulnerable to the action of transnational organized crime.”Der Ansatz
Kein externes Programm erreicht jedes gefährdete Kind. Aber jedes gefährdete Kind hat bereits Kontakt zu Erwachsenen, die befähigt werden können, Rekrutierung zu erkennen und zu unterbrechen.
Statt weitere Programme hinzuzufügen, erweitert der Ansatz die Handlungsfähigkeit der Menschen, die im Leben eines Kindes ohnehin vorkommen: Lehrkräfte, Trainerinnen und Trainer, Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter, religiöse und kommunale Bezugspersonen. Drei Ebenen werden vorgestellt, in aufsteigender Dauerhaftigkeit.
- 01
Die Erwachsenen befähigen, die ohnehin da sind
Strukturierte Fortbildung für Pädagoginnen, Pädagogen und kommunale Bezugspersonen: frühe Anzeichen erkennen, ein Gespräch mit einem gefährdeten Kind eröffnen, wissen, wohin weiterverwiesen wird. Diese Ebene skaliert, weil sie nicht davon abhängt, dass eine externe Organisation bleibt.
- 02
Jungen Menschen eine Rolle geben statt einer Warnung
Von Gleichaltrigen getragene zivilgesellschaftliche, sportliche und kulturelle Aktivität, die Zugehörigkeit, Identität und Sinn liefert, also genau das, was Rekrutierung ebenfalls anbietet, und junge Menschen für unterstützende Erwachsene sichtbar hält statt für Rekrutierer.
- 03
Institutionelle Verantwortung verankern
Vereinbarungen mit Bildungsministerien, kommunalen Behörden und Strafverfolgung, damit Prävention einen Personal-, Finanzierungs- oder Regierungswechsel übersteht.
Indikativer Ablauf
Segmente in ihrer Reihenfolge, von 9:00 bis 9:50 Uhr.
| Segment | Inhalt |
|---|---|
| Eröffnung | Begrüßung und Rahmung durch HWPL als Moderation. |
| Eröffnungsworte | Stärkung internationaler Anstrengungen zum Schutz von Kindern vor krimineller Ausbeutung und Rekrutierung (Vereinigte Arabische Emirate, Innenministerium). |
| Datenlage | Wie Rekrutierung heute funktioniert: Ausmaß, Online-Mechanik, Risiko- und Schutzfaktoren. |
| Mitgliedstaaten | Drei Delegationen über nationale Erfahrung und über die in Resolution 2024/11 festgehaltenen Zusagen. |
| Zivilgesellschaft | Die Zusammenarbeit von UNODC mit der Zivilgesellschaft bei Prävention und Bekämpfung organisierter Kriminalität (UNODC Civil Society Unit). |
| Präventionsansatz | Was Gemeinwesen und Schulen leisten: ein Präventionsansatz auf drei Ebenen (HWPL). |
| Gemeinwesen | Interkulturelle Bildung und generationenübergreifender Dialog in Gemeinschaften mit Zuwanderungsgeschichte (Universal Peace Federation). |
| Jugendstimme | Perspektiven und Initiativen junger Menschen (AIESEC in Deutschland) und die Perspektive einer Praktikerin oder eines Praktikers aus der Jugendarbeit auf Prävention unter Gleichaltrigen. |
| Diskussion | Austausch mit dem Publikum. |
| Abschluss | Eine Bitte, ein Angebot. |
Erwartete Ergebnisse
Was die Sitzung hinterlassen soll, und was danach schriftlich festgehalten wird.
- Ergebnis 1
Austausch von Erkenntnissen
Aktuelle Erkenntnisse zur Online-Rekrutierung von Kindern und dazu, was Prävention über Gemeinwesen und Bildung neben der Strafverfolgung leistet, werden zwischen Mitgliedstaaten, UNODC und Praxis ausgetauscht, zur Unterstützung von Artikel 31 der Konvention und Artikel 9 des Zusatzprotokolls gegen Menschenhandel.
- Ergebnis 2
Multiplikatoren benannt
Die Multiplikatorenrolle von Lehrkräften, kommunalen Bezugspersonen und Jugendarbeit wird dargelegt, und es wird benannt, an welchen Punkten die Felderfahrung der Zivilgesellschaft die bestehende Präventionsarbeit des UNODC ergänzt: Line Up Live Up, Education for Justice und die Arbeit von UNODC und UNESCO zu einer Kultur der Rechtsstaatlichkeit.
- Ergebnis 3
Fortsetzung festgehalten
Interessensbekundungen für einen fortgesetzten Austausch werden festgehalten, und eine schriftliche Zusammenfassung wird dem Sekretariat für die Online-Sammlung der Side-Event-Zusammenfassungen übermittelt.
Wer dahintersteht
Wer die Sitzung trägt, wer in ihr spricht, und wer noch eingeladen wird.
HWPL
HWPL ist eine Nichtregierungsorganisation, registriert beim UN Department of Global Communications, mit ECOSOC-Sonderberaterstatus seit 2017. Aktuell laufen Friedensbildungs- und Konfliktpräventionsprogramme in 1.012 Bildungseinrichtungen in 112 Ländern. Im Zentrum dieser Arbeit steht frühe Intervention: jungen Menschen Identität, Zugehörigkeit und bürgerschaftlichen Sinn zu geben, bevor sich Verwundbarkeiten verfestigen.
- Zivilgesellschaft
HWPL
Eröffnet und moderiert die Sitzung und stellt den dreistufigen Präventionsansatz vor, den Gemeinschaften und Schulen in der Praxis anwenden.
- Mitgliedstaat
Vereinigte Arabische Emirate, Innenministerium
Hält die Eröffnungsworte zur Stärkung internationaler Anstrengungen, Kinder vor krimineller Ausbeutung und Rekrutierung zu schützen.
- Mitgliedstaat
Consulate of Mali
Spricht zu den Treibern, die junge Menschen der Rekrutierung durch bewaffnete und kriminelle Gruppen aussetzen, und zu Interessenkonflikten als strukturellem Treiber von Korruption und Kriminalität.
- Zivilgesellschaft
Universal Peace Federation (UPF)
Spricht zu interkultureller Bildung und generationenübergreifendem Dialog in Gemeinschaften mit Zuwanderungsgeschichte und dazu, wie Eltern befähigt werden, ein Kind vor den Rekrutierenden zu erreichen.
- Zivilgesellschaft
UNODC MENA Youth Network
Spricht aus der Praxis eines Jugendnetzwerks zur Prävention auf Augenhöhe.
- Vereinte Nationen
UNODC Civil Society Unit
Bringt die Perspektive der Zusammenarbeit von UNODC mit der Zivilgesellschaft bei Prävention und Bekämpfung organisierter Kriminalität ein.
- Zivilgesellschaft
AIESEC in Deutschland
Spricht zu den Perspektiven junger Menschen und zu Initiativen, die sie selbst tragen.
- Islamic Republic of Afghanistan
- African Union
- National Union of Nigerian Students in Austria (NUNSA)
- International Peace Youth Group (IPYG)
- International Association of Youth and Students for Peace (IAYSP)
- Pakistan Youth Organization (PYO)
Die Liste der Mitveranstalter ist geschlossen. Stand: 1. September 2026.
Möchten Sie dabei sein?
Ob Sie mitwirken, sprechen oder die Perspektive Ihres Landes oder Ihrer Organisation einbringen möchten: schreiben Sie uns. Interessensbekundungen sind von Mitgliedstaaten, Einrichtungen der Vereinten Nationen und zivilgesellschaftlichen Partnern gleichermaßen willkommen.
Schreiben Sie unsun@hwpl.at
Kontakt
Für Delegationen, Einrichtungen der Vereinten Nationen und Medien.
An der Sitzung teilnehmen
Donnerstag, 22. Oktober 2026, 9:00 bis 9:50 Uhr, Raum MOE79 im Vienna International Centre, und online. Die Sitzung steht allen offen, die für die Konferenz registriert sind.
Die Zusage dauert eine Minute und hilft uns, den Raum zu planen; sie ersetzt nicht die Registrierung für die Konferenz. Delegationen, die nicht vor Ort sein können, sind eingeladen, sich aus der Ferne zu beteiligen; eine Ko-Gastgeberin hat das bei der Kommission im Juni bereits getan.
- UNTOC, art. 31
- Trafficking in Persons Protocol, art. 9
- ECOSOC res. 2024/11 (2024)
- Europol, Intelligence Notification Ref. 2024-033 (2024)
- EPRS, PE 772.903 (2025)
- UNODC, Global Report on Trafficking in Persons 2024
- UNODC/WHO, International Standards on Drug Use Prevention (2018)
Diese Seite folgt der Konzeptnote in der Fassung vom 1. Oktober 2026. Arbeitsdokument, Änderungen vorbehalten. Tag, Uhrzeit und Raum laut Side-Event-Programm des Sekretariats vom 23. September 2026.
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